September 2020

Megaphon #294

Gleicher als gleich?

Respekt erhalten nicht alle gleich. Er ist an Bedingungen geknüpft. „Und was machst du so?“ Wer diese Frage kennt, weiß, worum es geht. Ist man nützlich, psychisch „normal“, hat einen Wohnort und dazu Arbeit, passt ja alles. Obdachlose Menschen erfüllen diese Bedingungen oft nicht. Corona trifft nicht alle gleich. Das gilt für Österreich – gut sichtbar bei unseren „Gedanken zur Krise“ (www.megaphon.at/leseproben/gedanken-zur-krise/). Insbesondere aber für die restliche Welt. Während hierzulande Lust und Notwendigkeit, über das Virus zu debattieren, schwanden, wurde Lateinamerika zum Epizentrum der Pandemie.

Kultur ist nicht für alle gleich. Die Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen am kulturellen Leben ist zwar ein Menschenrecht. Unsichtbare Barrieren exkludieren dennoch. In der Modewelt zum Beispiel. Wie stellen wir uns ein Model vor …? So unsichtbar sind die Barrieren dann letztlich gar nicht.

Das System, in dem wir leben, schafft ungleiche Lebensbedingungen. Das Megaphon möchte diese theoretisch ansprechen. Und praktisch auflösen. Sich Ungleichheiten bewusst zu machen, ist ein erster Schritt. Sein eigenes Privileg zu nutzen, ebenso. Das beginnt beim Müllsammeln und endet nie.

In diesem Monat zu lesen

URBAN
Pock auf Müll
In einer Porträtreihe von SOS Mitmensch erzählen junge Frauen mit Fluchthintergrund über Ankommen in einer neuen Heimat.

REGIONAL
Wenn Not zum Alltag wird
Wie landen Menschen eigentlich auf der Straße? Die Geschichten von Karl-Heinz und Ewald geben Obdachlosigkeit ein Gesicht.

URBAN
Inklusiv schön
Die Lebenshilfe stellt Menschen mit Behinderung in den Mittelpunkt eines Lifestylemagazins. Für Tamarah ging damit ein Traum in Erfüllung.